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Literatur im Kino "fasziniert" mit Bösem

DUM - Das Ultimative Magazin - vertreten durch Obmann Wolfgang Kühn, startet mit der Veranstaltungsreihe "Literatur im Kino" bereits in die achte Filmsaison. Beim heurigen Zyklus steht die "Faszination des Bösen" am Programm und Krimiliebhaber kommen dabei im Privatkino der Familie Renner im "vierzigerhof", Langenlois, Rudolfstraße, auf ihre Rechnung.
Am 12. September 2018 ging es mit dem Film "I'm a Bad Guy" gleich zur Sache. Es wurde in eindrucksvoller Weise ein Portrait von Adolf Schandl gezeigt, der mit 80 Jahren davon träumt, noch einmal nach Australien zu reisen. Schandl ging in die österreichische Kriminalgeschichte ein, als er 1971 mit zwei Komplizen aus der Justizanstalt Stein auszubrechen versuchte.
Im Anschluss wurde intensiv mit der Regisseurin und Autorin des Filmes Susanne Freund und Max Edelbacher, ehemaliger Leiter des Wiener Sicherheitsbüros, über das Gesehene diskutiert.
Es war ein bemerkenswerter Abend, der Emotionen hervorrief.

Drei interessante Kinoabende hat Wolfgang Kühn heuer wieder vorbereitet.
Passt heute gut: Das Kino "hinter Gittern" :-)
Wolfgang Kühn startet in die achte Kinosaison.
Hausherr Kom.Rat Kurt Renner im Gespräch mit Max Edelbacher.
Der ehemalige Leiter des Wiener Sicherheitsbüros hat seine beruflichen Eindrücke schon in mehreren Büchern festgehalten.
Man darf auf alle Fälle auf Susanne Freunds Film gespannt sein - hier im Bild neben Max Edelbacher.
Gekommen ist auch Andreas Schinko, der Verleger des Buches "Jailbreak: nur nicht im Gefängnis sterben - ein Tatsachen-Krimi", der das Leben von Adolf Schandl beleuchtet.
Wolfgang Kühn stellt die Protagonisten des heutigen Abends vor.
Ein 92 Minuten langer Film erwartet die Gäste jetzt, in dem das Leben von Adolf Schandl beleuchtet wird.
Wenngleich der Film schwungvoll mit dem humorvollen Lied "Tie Me Kangaroo Down, Sport" (Bind mein Känguru an, Sportsfreund“) von Rolf Harris aus dem Jahr 1957 beginnt und zu dem Adolf Schandl schwungvoll tanzt und mitsingt...
... so darf man nicht unterschätzen, dass es sich um einen kalten...
... empathielosen Menschen handelt, der vierzig Jahre in Gefängnissen gesessen ist. Er hat dabei seine psychischen Kräfte verwendet, um sich durchzusetzen.
Straffällig wurde er aber erst mit 32 Jahren - bis dahin war er unbescholten. Susanne Freund wollte daher wissen, warum dieser Mensch so wurde.
Mehrmals hat Schandl versucht, aus dem "Häfn" auszubrechen, denn das gebot ihm sein unbändiger Freiheitsdrang und Gerechtigkeitssinn. Es ist dem "Ausbrecherkönig" aber nur ein einziges Mal 1972 gelungen.
Im Film kamen auch Geiseln zu Wort, die bei Fluchtversuchen mitgenommen wurden.
Nach einem halben Leben im Gefängnis ist Schandl seit 2012 wieder auf freiem Fuß. Seine Liebe zu Australien hält ihn aber nach wie vor gefangen. Dieses Land hat er erstmals mit 18 Jahren erstmals besucht, wurde aber nach einigen weiteren Reisen doch wieder in Wien sesshaft.
Aber er versucht es mit nach wie vor, trotz seines langen Vorstrafenregisters, dort noch einmal einreisen zu dürfen.
Seine Haftstationen wurden gezeigt.
Ob er wirklich so gläubig war, wie im Film gezeigt, ist nicht bewiesen.
Ein Fluchtversuch in Stein endete mit einem Beinbruch.
Die ältere Generation erinnert sich noch an diesen Ausbruch, wo am 4. November 1971 die drei Häftlinge Walter Schubirsch (22 Jahre alt), Alfred Nejedly (25) und Adolf Schandl (35) aus der Justizanstalt Stein ausgebrachen. Dabei ging der Polizeipräsident Josef Holaubek mit dem Spruch "I bin's, der Präsident" in die Geschichte ein.
Viele interessante und unglaubliche Details erfährt man in diesem Film, in denen auch Strafverteidiger und Psychologen ...
... und ehemalige Wegbegleiter aus der Jugend zu Wort kommen.
Mit so manchem Leben kann es bergab gehen, wenn man auf die schiefe Bahn gerät. Mittlerweile steigt der mehr als 80 Jahre alte Mindestpensionist täglich 106 Stufen in seine Zwei-Zimmerwohnung hinunter (und dann wieder hinauf).
Sportlich hält er sich nämlich täglich fit, Schwimmbadbesuche gehören dazu.
"Ich bin mir selbst genug, Freunde hatte ich nie." Liebe ist für ihn ein leeres Wort, an Kindern findet er überhaupt nichts, obwohl er zwei Töchter hat.
Obwohl er auch Menschen nicht wirklich mag, fühlt er sich dann doch bei Bekannten gut aufgehoben.
Schandl ist auf alle Fälle eine sehr gespaltene Persönlichkeit.
Hinter dem nach außen hin erscheinenden charmanten alten Herren steht nach wie vor ein Gewaltverbrecher und Geiselnehmer, der Menschen verletzte. Reue für seine Taten war nicht erkennbar.
Auch typisch für einen, der Menschen nicht mag. Für ihn existiert auch der Begriff "Heimat" nicht.
Da weiß er wohl nicht, was ihm entgeht.
Im Anschluss wurde dann noch mit Susanne Freund und Max Edelbacher über den Selbstdarsteller und kalten Menschen Schandl diskutiert.
Es gab dazu natürlich auch viele verschiedene Meinungen.
Max Edelbacher weiß es am besten: "Jeder Menschen hat eine dunkle Seite."
Die wurde aber schlussendlich von der humorvollen überdeckt.
Man darf zu diesem außergewöhnlichen Abend gratulieren - Organisator Wolfgang Kühn bedankt sich herzlich bei Max Edelbacher und Susanne Freund für ihr Kommen.
Wer noch mehr über den ungewöhnlichen Film erfahren wollte, fragte einfach bei der Regisseurin nach.
Wer über "das Böse im Menschen" nachlesen will, hat natürlich eine breite Auswahl an Büchern, die Max Edelbacher mitgenommen hat.
Weil es eben schon so viel Leid auf der Welt gibt, ist es für manche nicht nachvollziehbar, warum so viele Menschen gerne Krimis sehen oder lesen.
Offensichtlich geht eben vom Bösen eine Faszination aus, die unzählige "Tatorts" und Bücher füllen.
Andreas Schinko, Verlag proverbis, im Gespräch.
Das Buch von Adolf Schandl mit dem Titel "Jailbreak: Nur nicht im Gefängnis sterben" ist in seinem Verlag erschienen.
Ein interessanter und spannender Abend ging im vierzigerhof zu Ende.



Karten für die nächsten beiden Vorführungen können bereits unter www.dum.at oder 0664 4327973 bei Wolfgang Kühn bestellt werden.
Folgendes steht heuer noch auf dem "Literatur im Kino-Programm":

Mittwoch, 10. Oktober 2018, 19 Uhr, vierzigerhof, Rudolfstraße 11, Langenlois
"Taxi für eine Leiche"
Lesung mit Edith Kneifl aus "Der Tod ist ein Wiener" (Haymon 2018)
Film: "Taxi für eine Leiche" (Verfilmung des Kriminalromans "Ende der Vorstellung" von Edith Kneifl.
Dabei treibt ein Krawattenmörder in der Wiener Vorstadt sein Unwesen.

Mittwoch, 14. November 2018, 19 Uhr, vierzigerhof, Rudolfstraße 11, Langenlois
"Walter muss weg"
Lesung mit Thomas Raab aus "Walter muss weg" (Kiepenheuer & Witsch, 2018)
Film: "Der Metzger muss nachsitzen" (Verfilmung des gleichnamigen Romans von Thomas Raab).


Fotos: Ulli Paur


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