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Kulturwochen feierlich eröffnet

Die Kulturwochen des "Langenloiser Herbstes" wurden am Sonntag, dem 3. November 2019, besonders feierlich im Schloss Haindorf eröffnet.
Im Mittelpunkt dieses Festaktes stand DDr. Günther LEOPOLD, jener bemerkens- und liebenswerte österreichische "Allround-Künstler" der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der sich in seiner geliebten Langenloiser "Villa Kargl" sicherlich viele Inspirationen für seine Arbeiten als Autor und Komponist geholt hat.
Als rüstigen und stattlichen Mann haben ihn viele gekannt. Leider konnte er seinen 90. Geburtstag, den er heuer gefeiert hätte, aufgrund seines überraschenden Todes Ende August des Vorjahres nicht mehr erleben.
Mit dieser Hommage an ihn hat man in Langenlois sein Lebenswerk offiziell gewürdigt.
Zum Gelingen dieses besonderen Musikabends haben seine Familie (Valerie, Rudolf und Nikolaus LEOPOLD) sowie Wolfgang Dosch und Harumichi Fujiwara Großartiges beigetragen.

Fast möchte man meinen, der Herbst komponiert in diesen Blätterzeilen sein Abschiedslied.
Abschied galt es auch im vorigen Herbst vom großen Langenloiser Sohn DDr. Günther LEOPOLD zu nehmen. Ihm zu Ehren wurde er mit seinen vielfältigen musikalischen Werken in den Mittelpunkt der Eröffnung der Kulturwochen des "Langenloiser Herbstes 2019" gestellt.
DDr. Günther LEOPOLD hat einen wertvollen und überaus vielfältigen und bunten "Fußabdruck" hinterlassen. Der studierte Jurist und Philosoph arbeitete seinerzeit auch als Werbetexter und Komponist.
Der Geehrte DDr. Günther LEOPOLD war auf alle Fälle von der ersten Minute an präsent und man schwelgte in Gesprächen, zum Beispiel mit seiner Schwägerin und Kunstsammlerin Elisabeth LEOPOLD (Gattin des verstorbenen Prof. Dr. Rudolf LEOPOLD = LEOPOLD-Museum).
Es ist noch gar nicht so lange her, als man sich mit dem Komponisten und Buchautor noch selbst unterhalten konnte.
Viele erinnern sich gerne an...
… den lebensfrohen und vielseitigen Menschen, der bis zuletzt ein Leben voll künstlerischer Kreativität führte: Songs, Musicals, Gedichte, Kinderbücher, Radiosendungen und Krimis zählen zu seinen Werken. Ein Staatspreis und viele Publikumspreise zeugen von seiner Beliebtheit.
Er blickte auf ein reiches, interessantes und lustvolles Leben in der Welt des Theaters, der Werbebranche, bei Rundfunk und Fernsehen zurück, worüber er gerne erzählte. So stand es auch auf seiner Parte.
Kulturstadträtin Mag. Brigitte Reiter im Gespräch mit Valerie Leopold, die gleich mit dem Familientrio mit ihrer Violine auftreten wird.
Die ältere Langenloiser Generation, wie Ehrenbürgermeister Kom.Rat Kurt Rener kannte DDr. Günther Leopold, der auch in Wien und in Mondsee zuhause war, sehr gut.
Die Jüngeren, wie hier Gemeinderat DI Christian Schuh, werden ihn bzw. seine Werke heuer näher kennenlernen.
Zu Beginn des Musikabends begrüßt Kulturstadträtin Mag. Brigitte Reiter die Gäste mit einem kurzen Lebensrückblick zu DDr. Leopold und einer Vorschau auf den Langenloiser Herbst mit seinen vielen Programmpunkten.
Als wäre es gestern gewesen, berichtet auch Bürgermeister Mag. Harald LEOPOLD ...
… von der persönlichen und interessanten Begegnung im Juni des Vorjahres im Rathaus. Bei der kurzen Ahnenforschung hat man zwar keine verwandtschaftlichen Zusammenhänge gefunden, aber festgestellt, dass man sich von früher kennt, das aber schon Jahrzehnte zurückliegt.
"Verspielt!" So titelt die heute vorgesehene Jura Soyfer-Collage mit Musik von DDr. Günther LEOPOLD. Das Familientrio beginnt mit der Elegie "Vorbei" - trotz passender Wehmütigkeit gab es viel Applaus für diese wunderbare Melodie, die Valerie LEOPOLD (Violine), Rudolf LEOPOLD (Violoncello) und Nikolaus LEOPOLD (Klavier) zum Besten gaben. Musik liegt im Blut dieser Familie - alle drei haben Musikstudien absolviert und brillieren auf ihren Instrumenten.
Weiter geht es im Programm mit Harumichi Fujiwara...
… und Wolfgang Dosch, ebenfalls beide studierte Musiker. Während der in Japan geborene Harumichi Fujiwara Gesang, Klavier und Komposition an de Universität für Musik in Tokyo studiert hat und Dozent für Gesang, Lied und Oratorium ist, merkt man bei dem in Wien geborenen Wolfgang Dosch aufgrund seiner Performance auch sein Studium für Schauspiel, Opernregie, Theater- und Musikwissenschaft. Mehr als 70 Rollen und eigene Inszenierungen an verschiedenen Theatern in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat er schon gespielt.
Komponist Leopold hätte seine Freude an diesen Darbietungen in Langenlois gehabt.
Günther LEOPOLD nimmt unter allen Komponisten, die Jura Soyfer vertont haben, zu Recht eine besondere Stellung ein, denn die größte geschlossene Sammlung an Vertonungen Soyfer'scher Texte stammt aus dessen Feder.
Und Jura Soyfer galt als einer der bemerkenswertesten, großen, österreichischen Dramatiker.
Gebannt verfolgt das Publikum das Programm, das aus folgenden Teilen bestand...
Lied des Plakatanklebers, Astoria (bestehend aus dem Lied des grauen Morgens, dem Lied von der Käuflichkeit des Menschen, dem Bruder Vagabund und dem Lied des einfachen Menschen).
Auch die Geschichte vom Lechner-Edi hat DDr. Leopold vertont.
Dabei wurde von Wolfgang Dosch unter anderem das Wanderlied der Zeit, ein Trinklied oder die Fahrt zur Vergangenheit zum Besten gegeben. Und das Verwunderliche war: Die alten Texte passten perfekt in die heutige Zeit.
Nach den Broadwaymelodien, Der Kluge baut vor und fünf Songs aus "Die Welt steht auf kein' Fall mehr Lang" wurde dieses geniale Duo ebenfalls mit viel Applaus bedankt.
Mit dem wunderbaren "Milleniumswalzer" endet der besondere Abend.
So steht's geschrieben und so ist es auch zu hören: Professor Rudolf Leopold gilt als einer der vielseitigsten Musiker Österreichs. Geboren und aufgewachsen in Wien, studierte er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Cello, daneben Klavier und Komposition.
Gute Musik macht einfach Freude und die ist seiner Mutter ins Gesicht geschrieben.
Mit viel Applaus wird ...
… allen Künstlern, die im Schloss Haindorf ...
… zu Ehren von DDr. Günther LEOPOLD aufgespielt haben, nochmals gedankt.
Und vor dem Nachhausegehen noch über DDR. Günther LEOPOLD und seine umfassenden Werke philosophiert.
Auch der Gemeindepolitik hat's gefallen: Vizebürgermeister Ing. Leopold Groiß, Stadträtin Birgit Meinhard...
… Gemeinderätin Ing. Anita Stemberger-Chabek und Gemeinderat Gerald Eder waren verblüfft, was man über DDR. Leopold alles erfahren hat: Er hat unter anderem viele Jahre mit Greta Keller, Helmut Qualtinger, Louise Martini, Lolita, Bruce Low, Fritz Muliar, Otto Tausig, Peter Weck und Horst Winter zusammengearbeitet und das ist auf zahlreichen Tonträgern festgehalten.
Außerdem schrieb er für den ORF-Kinderfunk mehr als 100 "Traummännlein-Gute-Nacht-Geschichten und verfasste Hörspielkrimis. Renommierte Verlage veröffentlichten musikalische Lustsiele, Jugendbücher, Kinder-Musicals sowie zahlreiche Werke für das Sprechtheater und er gab uns folgendes noch mit auf den Weg: "Nehmt selbst das Schicksal in die Hand, als Nachbild bleibt ihr klein. Versucht mit Herz und mit Verstand nur eines: MENSCH zu sein!"
Wer "Die Sammlung" von Günther Leopold kennt, liest unter anderem auf Seite 83 die Grabstein-Ironie: "Auf einem Friedhof bestbetreut, mit schönen Wegen kiesbestreut, da liegt ein Grab, ein schlecht gehegtes, ein zeitverlor'nes, ungepflegtes. Der Blumen Zier, die einst bestrickt, sie ist im Unkraut längst erstickt, der Totenengel, gipsgeboren, hat seinen edlen Kopf verloren. Sogar die Vase zeugt vom Sterben, vom Sturm gestürzt, ein Haufen Scherben. Die Zeit scheint alles hier zu ächten, am Grabstein, nur bedeckt von Flechten, steht noch ein Wort, verwaschen, hässlich. Das Wort, welch Spott, heißt: UNVERGESSLICH - P.S.: Mit Worten sind wir leicht zur Hand, doch fehlt die Tat als Unterpfand:.
Für den Autor dieser Zeilen gilt dies nicht. Langenlois wird DDr. Günther LEOPOLD sicherlich nicht vergessen, die Hommage an ihn war sicherlich ein schöner Beweis dafür.


Fotos: Ulli Paur


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