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Langenlois

Langenlois

Unsere Urväter, die sich bei der Wahl ihrer Wohnsitze in erster Linie von praktischen Gesichtspunkten leiten ließen, siedelten auf den Terrassen der Talhänge und Sporne, die weithin Sicht gestatteten und dadurch Schutz vor Angriffen und Überfällen boten. In den sumpfigen Talgründen des Kamp und Loisbaches kam zahlreiches Wild zur Tränke. Das Wasser lieferte Fische und Muscheln, die Hochfläche bot reiche Jagd. Die waldfreien Lößterrassen blieben weiterhin Siedlungsgrund und wurden, da leicht zu roden, zu primitiven Beeten und Äckern. All dies erzählen uns vorgeschichtliche Funde, die in Langenlois und Umgebung gemacht wurden und in den Museen von Langenlois, Krems und Wien zu sehen sind.

Der Bach und die Gegend wurden "Liubisa", die "Liebliche" genannt. Das ist leicht zu verstehen, da die Siedler, die aus dem Norden, den Wäldern kamen, die Gegend als landschaftlich und klimatisch lieblich empfanden.
Der Name hat wiederholt seine Form geändert. Wir finden: Liubes, Lewbs, Leubs, Langenleyss und schließlich Langenlois.

Seit wann der Wein bei uns bekannt ist, lässt sich nicht nachweisen. Früheste Urkunden weisen aber auf den geordneten Weinbau hin. 1082 gibt das Bistum Passau den Weinzehent in und um Liubisa an das Kloster Göttweig, was bereits ertragreichen Weinbau voraussetzt. 1141 schenkt Herzog Leopold dem bayrischen Stift Reichersberg zwei Lehen in Liubes und das Recht aus dem Wald zwischen Kamp und Krems, also dem Gföhlerwald, Holz zu beziehen. Diese beiden Urkunden sind bezeichnend für die damalige Stellung von Langenlois im Wirtschaftsgeschehen. Der Weinbau und der "Vierzigerwald" waren eng mit der Siedlung verbunden.
Als Oberherren kennen wir immer nur den Landesfürsten (landesfürstlicher Markt), wenn auch zahlreiche Adelsgeschlechter in und um Langenlois begütert waren. Die Siedlung war von Anbeginn aus zwei Teilen gewachsen, die sich in den Baulichkeiten unterscheiden. Das "Niedere Aigen" mit den Vierzigerhäusern, Sitz der Kaufleute und Gewerbetreibenden und damit der Märkte: Kornplatz (Traidmarkt) und Holzplatz. Das "Obere Aigen" vom Anger bachaufwärts war die Weinhauersiedlung. Die beiden Aigen hatten jedes einen eigenen Richter und wurden um 1430 vereinigt. Langenlois erhielt 1310 das Marktrecht; 1346 das Recht seine Richter selbst zu wählen; 1411 wird der Leonhardimarkt bewilligt; 1518 wird das Wappen verliehen und der Dorotheamarkt bewilligt. Der Aufschwung ist unverkennbar; die direkten Handelsbeziehungen gehen sowohl nach Westen (Regensburg, Augsburg, Nürnberg), als auch nach Süden (Venedig, Südtirol). Zu den alten Kaufmannsgütern Wein und Holz kommen Getreide, Vieh, Flachs, Leinwand und Tuch.

Diese Entwicklung ging nicht immer klaglos und ohne Unterbrechung vor sich. Es gab Kriege, Seuchen und Elementarkatastrophen. Ein so blühendes Gemeinwesen wie Langenlois konnte sich nicht aus dem politischen Geschehen heraushalten, es wurde umso mehr in Mitleidenschaft gezogen, als seine Finanzkraft stieg. Langenlois gehörte bezeichnenderweise zu den 18 "Mitleidenden Städten und Märkten". Das heißt, es bildete mit 17 anderen den halben 4. Stand, der zusammen mit Wien auf den Landtagen eine Stimme hatte, dafür an den Steuern mitleiden durfte. Aber in all den Kämpfen und Wirren standen die Langenloiser treu an der Seite des Landesfürsten. Sie waren zwar gezwungen, dem Ungarnkönig Matthias Corvinus zu huldigen, halfen aber an der Befestigung von Krems mit, das zum Kaiser stand. An der Bauernerhebung 1596 lehnten sie jede Beteiligung ab. Vielleicht weil sie die Schattenseiten des Untertanendaseins nicht so zu spüren bekommen hatten, wie die Holden der adeligen Grundbesitzer.

Dieser Wohlstand der Bürger wirkte sich auch auf kulturellem Gebiet aus. Die Pfarrkirche zum Hl. Laurentius erhielt häufig reiche Spenden und Stiftungen, sodass sie wiederholt vergrößert und verschönert werden konnte. Der Bürger Niklas Gfeller errichtete beim, schon lange bestehenden, Bürgerspital die Elisabethkapelle und dotierte sie reichlich. Wir finden Söhne Langenloiser Bürger in den Matrikeln italienischer Universitäten. In den Verlassenschaftsinventaren der Bürger des 15. und 16. Jahrhunderts sind zahlreiche Bücher verzeichnet, sowohl in deutscher, lateinischer, aber auch in griechischer und hebräischer Sprache. Das Stift Zwettl ließ 1676 vom Langenloiser Maler Johann Stolz für die Tafelstube des Abtes 13 Kaiserbilder malen und vom Langenloiser Tischler Georg Mönch einen Hochaltartabernakel schnitzen. Der Schüler des Kremser Schmidt, Leopold Mitterhofer, schuf wertvolle Gemälde. In späterer Zeit waren es Dr. Kallbrunner und Dr. Otto Brunner, die weit über die Grenzen bekannt wurden.

So hat Langenlois dank seiner günstigen Lage, dem Fleiß und Geschick seiner Bürger alle Widrigkeiten überwunden und alle Türken-, Franzosen-, Pest- und Choleraschäden wettmachen können. Trotz des Elends der Kriegs- und ersten Nachkriegszeit bietet die Stadt heute das Bild eines mächtig aufstrebenden Gemeinwesens, das in reger Bautätigkeit, bei verständnisvoller Schonung und Pflege des kunsthistorisch wertvollen Altbestandes mit den Erfordernissen der Zeit Schritt hält.

Ortsteil Haindorf

Haindorf

Dieser Ortsteil von Langenlois wird schon 1083 als Hunindorf genannt. In den frühen Urkunden werden die beiden Mühlen genannt, die "Kampmühle" und die "Feldmühle". Die Feldmühle, der Edelsitz Feldmühle, später das Schloss Feldmühle, waren immer der Wohnsitz der Gutsbesitzer. Von 1387 bis 1620 waren es die bürgerlichen Mühlenbesitzer.

Ab 1620 waren es die Adeligen, z.B. die v. Kainach, Pollheim, Rappach, Lamberg, Grundemann und v. Podraghi. Dieser verkaufte den gesamten Besitz an die Gemeinde Langenlois. Von 1901 bis 1924 war das Schloss im Besitz der Hardegg, Remitz und Weber. 1925 bis 1947 waren die Lanjus v. Wellenburg die Besitzer. In bester Erinnerung ist die letzte Besitzerin Theresia Lanjus als feinsinnige Dichterin. Heute ist das Schloss Lehrbauhof der Bauinnung. Bekannt ist das Schloss Haindorf auch für die Operettenaufführungen der Schlossfestspiele Langenlois (www.operettensommer.at).

Das obere Schloss, die sogenannte "Winterschule" wurde von den Gutsverwaltern bewohnt, war dann landwirtschaftliche Schule und ist heute eine wunderschöne Wohnhausanlage.
1895 wurde die neue Kapelle gebaut. Haindorf gehörte durch Jahrhunderte mit Schule, Kirche und Friedhof zu Gobelsburg. Der Wirtschaftshof wurde von der Kongregation der Schulschwestern gekauft und als Schule mit Internat (Pensionat) geführt. Vor zwanzig Jahren wurde von den Schulschwestern Kapelle, Schule, Kindergarten und Internat neu gebaut und zeitgemäß ausgestattet.

Durch den Bau der Kamptalbahn (1889), den Erwerb des Gutes Haindorf durch die Gemeinde Langenlois (1899) wuchs Haindorf mit Langenlois zusammen. 1901 wurde Haindorf mit Langenlois vereinigt.


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