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Paaradox - Szenen einer Ehe

Ein "paaradoxes" Ehepaar der besonders sympathischen Sorte durfte das Langenloiser Publikum am 25. November 2017 im Festsaal der Gartenbauschule kennenlernen: Gabriele Kuhn und Michael Hufnagl berichteten im Rahmen des Langenloiser Herbstes besonders humorvoll aus ihrem Ehealltag.
Sie = sein Lottosiebener"! 
Er = der anonyme, schicksalsschwangere Problemoholiker, getarnt als "Mr. Ehtotalcool"
Beruhigendes Fazit: Der Ehealltag dürfte sich -  zumindest dem Applaus des Saalpublikums nach - überall ähnlich abspielen :-)!

Diese Kolumne war 26. November 2017 im "Kurier" zu lesen. Das Ehepaar Kuhn - Hufnagl, das sich in dieser Redaktion vor 19 Jahren kennengelernt hat, schreibt wöchentlich ihren Ehealltag nieder. Hier war Berlin das Thema, zuvor waren sie aber in Langenlois.
Geplant war deren Auftritt im Arkadensaal. Kultur Langenlois war sich aber als Veranstalter bald klar, dass man die Veranstaltung ob der großen Nachfrage die Gartenbauschule Langenlois verlegen muss.
Die getrennte "Therapie-Couch" steht bereit...
... weil man aber sichergehen will, dass alle Gäste den geänderten Veranstaltungsort finden, wartet man noch eine Viertelstunde zu. Man versorgt sich daher mit Weinen und Schmankerln aus der Bioweingärtnerei Grillmaier.
Wie eine Beziehung wirklich gelingt, auf das sind auch Bürgermeister Hubert Meisl, Kulturstadträtin Mag. Brigitte Reiter, Prof. Elisabeth und Ing. Robert Stadler neugierig. Vielleicht verraten Gabriele Kuhn und Michael Hufnagl bereits hinter der Bühne einige Tricks :-)
Wie man unschwer erkennen kann: Das Thema des heutigen Abends sorgt für viel Gesprächsstoff.
Und los geht es mit zwei humorvollen Stunden.
Man ist sofort mitten im bittersüßen Beziehungswahnsinn. Gabriele Kuhn weist das Publikum gleich eingangs darauf hin: "Langenlois eilt ein sehr guter Ruf voraus. Wenn Sie es nicht lustig finden, was wir da heroben erzählen, ist auf alle Fälle das Publikum schuld." Und um Schuldzuweisungen geht es indirekt auch in dieser paartherapeutischen Erfolgsproduktion mit Gabriele Kuhn und Michael Hufnagl, die sich seit 19 Jahren kennen, elf Jahre verheiratet sind, sechs Jahre über ihren Ehealltag schreiben und seit drei Jahren gemeinsam mit diesen ""Ehetagebüchern" auftreten.
Jetzt wird abgerechnet: Sie schreibt über die Schwächen vom "Mann von nebenan" - er rückt natürlich seine männliche Wahrnehmung und die geschilderte Szenerie in Richtung Wahrheit. So wirft sie ihm eingangs Messi-Verhalten vor und outet seine 83 Kaffeehäferl, die Kuchlkastln zum Bersten bringen. Er reißt symbolisch das nächste Ladl in der Küche auf und hinterfragt Cevapcici-Formpressen, Spaghetti-Portionierer und Staubzuckermühlen. Die Frage geht auch ans Publikum: Wer von Ihnen hat eine oder mehrere Staubzuckermühlen?
Sogleich fühlt sich Gabi Kuhn bestätigt, denn sie ist sicher: Alle haben da nicht aufgezeigt.
Nach der Staubzuckermühlen-Dunkelzifferbekanntgabe ersucht sie das Publikum, vor allem zu den richtigen Textstellen zu klatschen. Nachdem sich der "Herr nebenan" immer ein bissl leid tut, bittet sie um energetische Mithilfe in Form vom Mitleidsbekundungen, damit ER diesen Abend auch durchsteht.
Eines fällt sofort auf: ER, der angeblich mit dem übervollen Mistsackerl, Sporttaschen und Wlan-Router spricht, hört sich diese "Hitliste seiner Schwachpunkte" sehr zurückhaltend und überlegt an.
Gnä Kuhn hingegen überzeugt nicht nur mit brillantem Vortrag, sondern mit ihrer Mimik :-)
Da geht es zum Beispiel ums Aufräumen im Garten nach der Sommersaison. Die abgebaute Gartendusche schafft es mit ihm nicht ganz bis in den Keller und landet mit einem Zwischenstopp nur auf der Gartenbank.
Natürlich kommt Frau Kuhn als Großmeisterin des Abhakens und mit ihrem "Sofortismus" nicht immer so gut damit beim Gatten an.
Michael Hufnagl ist der Meinung: "Mann sollte nix überstürzen."
Sie wiederum glaubt: Er pfeift ihr was :-)
Das Ziel dieses Abends ist es: "Die Menschen sollen sich in unseren - oft so banalen - Geschichten wiederfinden." Das ist ganz sicher im ersten Teil gelungen. Applaus - Vorhang - Pause!
Und schon beginnen die Diskussionen bei einem Glas Wein: Wer von den beiden auf der Bühne hat wohl recht? Hier gruppiert sich offensichtlich der Fanclub von Michael Hufnagl :-)
Gegenüber schmunzeln die Frauen über die Gruppentherapie in der Pause :-)
Es geht halt nichts über ein harmonisches Miteinander!
Jetzt wird "Gnä Kuhn" fast ein bissl gemein, als sie die "Schweinsbraten-Überfressungsorgie des Herrn Hufnagls mit anschließendem AKH-Besuch" offenlegt :-)
Aber ER wird seinem Titel "Mr.Ehtotalcool" einmal mehr gerecht und bezeichnet diesen "Rotzahnspitzmausvergleich (jene Tiergattung, die täglich Essen im Ausmaß ihres Körpergewichtes verzehren)" als leichten Hang zur effektiven Übertreibung.
Nur wenn vom Mann in der Grippezeit ein eigenes "Tagesprotokoll seiner Suderei" verfasst wird, schmerzt das ungemein. Ein lautes "Ohhhhhhhhhhhhhhhhhhh-Bedauerungsraunen" aus dem Publikum folgt.
Viele Alltags-Situationen wurden beschrieben: Einen gemeinsamen IKEA-Besuch vergleicht Gabi Kuhn zum Beispiel mit der Erstbesteigung des Nanga Parbats, das Grillen eines T-Bone-Steaks tut sie als komischen Stammesritual ab, das Fußballspiel als größte Leidenschaft des Sportreporters Kuhn belächelt sie desinteressiert und vieles mehr.
Man kann es drehen und wenden - die Liebeskommunikationen ändern sich im Lauf des Zusammenlebens halt "dramatisch".
Da passt der Vergleich von Daphne du Maurier ganz gut: "Frauen möchten in der Liebe Romane erleben, Männer Kurzgeschichten."
Vom seitenlangen Liebesbrief bis zum lapidaren Whatsapp-Smiley mit Kussmund war da die Rede. Die bedeutsame Frage "Wo bist du?" wurde in drei Kategorien beleuchtet, die von Sehnsucht, Interesse bis hin zum Vorwurf reichten.
Jetzt liegt ihm offensichtlich ein "simma wieder gut" auf der Zunge :-)
Die humorvolle Abrechnung des Hufnagl-Kuhn'schen Ehelebens ist wieder gelungen.
Viel Applaus gab es für diesen humorvollen Schlagabtausch der beiden.
Beziehungen sind harte Arbeit - aber sie gelingen miteinander.
Beziehungen münden immer in einer Wechselwirkung zwischen Festhalten und Loslassen.
Vergessen ist der noch immer nicht durchgeführte Glühbirnentausch und ob der Rasen heute oder morgen gemäht wird, ist doch wirklich egal!
Sie sind nur zehn Jahre auseinander und doch so gleich. Beide haben im Dezember Geburtstag. Langenlois wünscht jetzt schon das Beste und noch viele gemeinsame, abwechslungsreiche Ehejahre, Auftritte, Kolumnen und Bücher!


Fotos: Ulli Paur


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