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Jedermann spielt in Gobelsburg

Seit bereits 35 Jahren bietet der Hof des Schlosses Gobelsburg für das Theater-Ensemble "Der Spiegel" eine wunderschöne Kulisse für deren Aufführungen.
Die Fahrt nach Salzburg erspart man sich heuer - "Jedermann" mit perfekter Inszenierung und ebensolchen Schauspielern gibt es auch in Gobelsburg.
Und die Gäste freuen sich schon auf diese Aufführung.
Unter den Zuschauern waren auch Bürgermeister Hubert Meisl, Kulturstadtrat Andi Nastl und Ursin Haus-Geschäftsführer Wolfgang Schwarz, die vom Chef des Ensembles Fritz Grubauer herzlich willkommen geheißen wurden.
Mit der Spielansagerin Julia Malisch beginnt das Stück.
Das Publikum wusste es vom ersten Augenblick an: Heinrich Holzer war der perfekte "Jedermann", der durchaus auch auf Salzburger Festspielbühnen gepasst hätte.
"Jedermann" verkörpert das Idealbild eines reichen Mannes, der glaubt, sich jeden Wunsch mit Geld oder Macht erfüllen zu können. Ihn gab es nicht erst vor hundert Jahren - ihn gibt es immer noch!
Auf das Bitten eines Schuldner von ihm, der ihn bittet, seinen Schuldbrief zu zerreißen, reagiert er nicht. Er verweigert dies und lässt ihn einsperren.
Jedermann kennt kein Erbarmen, doch weil die Frau des Schuldners so sehr weint, erklärt er sich bereit, ihr und ihren Kindern Unterhalt und Verköstigung zu zahlen.
Nach der Begegnung vergeht Jedermann die Lust, das Grundstück für den Lustgarten zu besichtigen, und er beschließt, zu seiner Buhlschaft zu gehen.
Liebe, Macht und Geld beherrschen das Herz dieses Mannes.
Seine Buhlschaft hat für ihn ein Fest mit Freunden vorbereitet.
Jedermann kann sein Fest nicht genießen - er fühlt sich schwach und krank - seltsame Erscheinungen und Stimmen irritieren ihn. Der Tod fordert ihn auf, sich für den letzten Weg bereit zu machen. Erst jetzt wird Jedermann sein schlechter Charakter bewusst, und er fleht den Tod an, ihm nur eine kurze Frist zu gewähren, damit er sich einen Freund suchen kann, der mit ihm vor das Gericht Gottes tritt. Nach langem Bitten gewährt der Tod ihm eine Frist von einer Stunde.
Seine Freunde, seine Buhlschaft, der gute Gesell und Vettern sind dazu nicht bereit und verlassen ihn in der schwersten Stunde.
Da er sich nun von allen verlassen fühlt, will er wenigstens sein Geld in die Ewigkeit mitnehmen. Aber aus seiner Geldtruhe kommt Mammon und erklärt sich nicht bereit, mit ihm zu gehen.
Nun ist Jedermann völlig einsam und der Verzweiflung nahe. Da hört er aus dem Hintergrund eine leise Stimme, die seinen Namen ruft. Als er sich umdreht, sieht er eine gebrechliche Frau, die ihm sagt, dass sie seine „guten Taten“ sei und ihn gern ins Jenseits begleiten will. Sie ist aber zu schwach, da er sie immer so vernachlässigt hat.
Sie ist aber bereit, ihre Schwester, den Glauben, darum zu bitten.
Inzwischen kommt der Teufel, um die schuldbeladene Seele Jedermanns, deren er sich ganz sicher ist, zu holen und mit ihr zur Hölle zu fahren.
Doch er muss zu seinem Verdruss sehen, dass sie ihm durch die Gnade Gottes entrissen wurde. Wenig später kommt Jedermann völlig gereinigt zurück, und nun kann er mit ruhigem Gewissen in Begleitung des Glaubens und der guten Werke vor Gottes Richterstuhl treten.
Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes geht dem Ende zu.
Seine Seele entschwindet...
Ein großartiges Ensemble hat einen wunderschönen Theaterabend organisiert.
Die Mitglieder des Ensembles "Der Spiegel" haben eindrucksvoll verdeutlicht, dass es um mehr als um Macht und Geld in der Welt geht: "Es geht um Brüderlichkeit und Liebe allen Menschen gegenüber, auch wenn sie uns 'fremd' erscheinen und unserem mitunter kleinen Weltbild nicht entsprechen.
Das Publikum, das nachdenklich geworden ist, war zu Recht begeistert vom Gebotenen.
Zu sehen ist Stück von Hugo von Hofmannsthal im Hof des Schlosses Gobelsburg noch am Freitag, 2. Juli und Samstag, 3. Juli 2010, jeweils 20.30 Uhr. Kartenbestellung im Schloss Gobelsburg, Tel.: 02734 3422.

Fotos: Ulli Paur


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