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Ein Sonntag in Afrika

Das Afrika-Projekt "Ke Nako", das am 1. Mai in Langenlois begonnen hat, präsentierte am Sonntag, dem 16. Mai 2010 weitere Highlights, die es Wert sind, darüber zu berichten.
Wenn Ihnen die Reise nach Afrika zu weit ist, Sie gestern keine Zeit hatten, Kirche und Matineé zu besuchen, dann machen Sie doch eine Reise ins Internet. Man kann die bei unbeschreiblichen Rhythmus und Performance persönlich erlebten Gefühle nicht 1:1 wiedergeben, man sieht aber die Menschen aus Afrika in einem ganz besonderen Blickwinkel.

Die südafrikanische Theatergruppe MUKA-Projekt gestaltete gemeinsam mit den Langenloiser Pfadfindern eine afrikanische Messe, bei der Musik, Rhythmus und Tanz im Vordergrund standen.
Bereits die Probe im Vorfeld war ein Hörgenuss.
Unter den Gästen war besonders interessierte Zuhörer: Bezirkshauptmann Dr. Werner Nikisch und seine Enkeltochter, die auch in Johannisburg geboren wurde.
Die multikulturelle Messe beginnt! Noch stehen sie ganz brav und fast schüchtern da - das wird sich aber umgehend ändern :-)
Man glaubt es nicht: Die Jugendlichen der Theatergruppe MUKA-Project sind ehemalige Straßenkinder aus Hillbrow/Berea, einem verwahrlosten Viertel von Johannesburg.
Elf Jugendliche erzählen ihre berührende Geschichte in Wort, Gesang und Tanz.
Warum man immer von der "3. Welt" spricht, versteht keiner, wenn es doch nur eine gibt.
In einer eindrucksvollen Dokumentation erfährt man einiges über die Apartheid.
Für uns unvorstellbare Zustände!
Die Rassentrennung ist völlig unverständlich.
Pastoralassistent Hannes Leithner freut sich über die besonderen Gäste aus Südafrika, die für eine volle Kirche sorgen.
Dieser Rhythmus ist in Langenlois auch nicht alltäglich.
In Langenlois sind sie tonangebend: Durch die Beschäftigung mit Theater, Musik und Tanz haben die ehemaligen Straßenkinder neue Perspektiven gefunden.
Auch das gehört dazu: Auf Gott vertrauen...
... damit Einheit, einander lieben, dienen und vertrauen Selbstverständlichkeit wird.
Es heißt nicht umsonst: Bei afrikanischer Musik können Musiker und Beteiligte beim Zuhören tief in die Musik „eintauchen“ und mitunter tranceartige Zustände erreichen. In Langenlois war das ähnlich.
Dynamische Musikkultur passt zum dynamischen Langenlois.
Nach den vom Publikum "geforderten" Zusagen gab's von den Pfadis eine süße Anerkennung für die afrikanischen Freunde.
Diese Geste sollte auf der ganzen Welt selbstverständlich sein.
Erika Köchl, die Koordinatorin der Initiative für ein vielfältiges Bild Afrikas in Langenlois, begrüßte im Anschluss an die Messe im Kulturssaal die Gäste zur literarischen Matinée und entschuldigt sich für die kleine Verspätung. Grund waren die Zugaben von Muka-Projekt in der Kirche. Und Muka-Projekt tritt auch jetzt zu Mittag bei diesem Event auf.
Es war auch der Kultursaal gut besucht. Alle warten gespannt auf ...
... Dr. Ishraga Mustafa Hamid. Das Schreiben von Gedichten ist ihr ein Bedürfnis seit dem Alter, als sie sich als Frau entdeckte. Damals konnte sie bei Vollmond nicht schlafen und dachte die ganze Nacht über die vielen leidenschaftlichen Fragen nach, auf die sie keine Antwort erhielt - über Liebe, das Frausein, über Armut.
Ihre Gedichte veröffentlicht Ishraga meist in Arabisch - sie erhält aber Unterstützung von ihrer Tochter Mararafi, die ein Gedicht in Deutsch vorliest...
... und ihrem Sohn. "Ich bin eine Frau eine Frau für die Armen, eine Frau für die Gedanken der Frauen und für das Seufzen meiner Heimat", meint die mittlerweile gewordene Österreicherin.
Mag. Wolfgang Kühn, der durch das Programm führte....
... , kündigte die österreichische Spoken Word-Künstlerin Mieze Medusa an. Wer von diesem Buchstaben-Phänomen mehr hören will, merkt sich jetzt schon ihren Auftritt bei der September-Lese vor.
Der nächste im Autorenbund war Fiston Mwanza (Kongo), der gerade Stadtschreiber in Graz ist.
Seine nicht leicht verdaulichen Geschichten las er in Französisch - Wolfgang Kühn übersetzte ins Deutsche.
Als krönender Abschluss gab es eine Spitzenperformance von MUKA-Project.
Die Bilder sprechen ab jetzt für sich...
Perfekte Inszenierung bei allen Szenen.
Ein ausdrucksvoller Tanz, der sicher kein Freudentanz war, geht zu Ende.
Geniale Show von Muka-Project. Diese elf Künstler sind auch noch drei Tage in Langenlois. Am 17. Mai gibt es um 18 Uhr einen Film mit Diskussion im Pfarrsaal. Und am 18. Mai führt diese Geniale Elf das Theaterstück "Dumping" in der Gartenbauschule ab 19 Uhr auf. Auch das setzt sich mit Lebensralität in ihrem Viertel in Johannesburg auseinander.
Kurt Fuchsberger vom Cafe & Wein bewirtete die Gäste anschließend mit afrikanischen Spezialitäten.

Zwischen Sonntag und Mittwoch gab es Diskussionsrunden, Workshops in den Schulen und ein geniales Theaterprogramm mit den elf jungen Menschen aus Südafrika. Möglicherweise finden wir auch dazu noch einige bildliche Erinnerungen, die wir hier einfügen können :-)

Foto: Daniel Igler
Erst einmal abwarten: Wenngleich man beim Workshop in der Landesberufsschule für das Baugewerbe zu Beginn den Gästen aus Afrika ein bissl reservierter gegenüberstand...
Foto: Daniel Igler
... schlug die Stimmung bald ins Gegenteil um und...
Foto: Daniel Igler
... die Freundschaft war perfekt. Die Teilnehmer von MUKA-Project sind wahre Weltmeister der Herzen :-)
Foto: Daniel Igler
Berührungsängste gab es keine mehr: Ein Freund ist ein Geschenk, das man sich selbst macht.
Foto: Daniel Igler
Die Hautfarbe darf keine Rolle spielen -gemeinsam lässt es sich besser an der EINEN Welt bauen!
Der Muka-Workshop in der Volksschule Langenlois war erfalls von Erfolg gekrönt.

Abreisetag Mittwoch, 19. Mai 2010

Das Temperament und die Gefühle waren am Abschiedstag genauso spürbar, wie bei der Ankunft.
Beim gemütlichen Abschiedsessen im Gasthof Jager gab es dann kleine Geschenke...
Tourbegleiter Frank feiert nämlich heute seinen Geburtstag.
... und vom Bürgermeister gab es für jeden der elf Projekt-Teilnehmer noch eine Foto-CD mit Erinnerungen an die Auftritte in Langenlois.
Abschied tut immer weh. Traurig waren vor allem die Gastfamilien, die die Südafrikaner vier Tage beherbergt haben.
Kultur schweißt zusammen und bringt neue Freunde.
Ke Nako: Das Synonym für eine einmalige Programmreihe aus Afrika ...
... ermöglicht durch die Langenloiser Organisatorin Erika Köchl, die sich besonders freut, dass die Stadt Langenlois sich auf diese neuen Gegebenheiten und auf neue, wunderbare Menschen eingelassen hat, deren Kultur mit viel Applaus und Anerkennung angenommen wurde.

Näheres über das Ke Nako-Programm, das noch bis 23. Juni  in Langenlois läuft, gibt es unter:
www.kenako.at/langenlois

 

Afrika gefällt auch den Medien

Fotos: Ulli Paur


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